Krankenhausaufenthalt:

Immer mehr, immer kürzer – viel zu lange.
Verweildauer: Deutschland acht Tage. Dänemark drei Tage.

Jeder fünfte Bundesbürger musste sich im vergangenen Jahr einer stationären Behandlung unterziehen. Das waren 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Während die Zahl der Krankenhauspatienten steigt, nimmt die Verweildauer stetig ab. Im Durchschnitt wurden die Betten acht Tage belegt (2008: 8,1 Tage). 2003 dauerte der durchschnittliche Aufenthalt noch knapp neun Tage. Gleichwohl, im internationalen Vergleich tummeln sich die Kranken hierzulande immer noch viel zu lange auf den Stationsfluren. In allen anderen europäischen Ländern etwa werden die Patienten schneller nach Haus geschickt, in Dänemark zum Beispiel bereits nach 3,5 Tagen. Das Statistische Bundesamt hat jetzt die aktuelle Krankenhausstatistik vorgelegt.

503.000 Betten in 2.080 Krankenhäusern standen den Heilungssuchenden zur Verfügung. Knapp die Hälfte der Einrichtungen (48,7 Prozent) wurde von einem öffentlichen Träger betrieben. Doch die Privaten breiten sich aus, 16,6 Prozent waren es 2009. Die Bettenauslastung verharrte mit 77,5 Prozent ungefähr auf dem Vorjahresstand. Öffentliche Häuser waren etwas besser gefüllt (79,1 Prozent), gemeinnützige am schlechtesten (75,6 Prozent).

130.000 Ärzte und 687.000 Beschäftigte im nichtärztlichen Dienst versorgten die Malaisen ihrer Patienten. Gegenüber 2008 stellten sich 1,6 Prozent mehr Ärzte dem Klinikalltag. Bei den übrigen Mitarbeitern waren es 2,7 Prozent mehr.

Die Besatzungen der 1.240 stationären Rehabilitationseinrichtungen konnten ihre Klientel deutlich länger betreuen als ihre Klinikkollegen. Der Durchschnittspatient ließ sich 25,3 Tage rehabilitieren.

Rehabilitation ist eine Domäne der Privaten. 115.000 der insgesamt 172.000 Betten stehen unter privater Trägerschaft. Die öffentliche Hand trägt für lediglich 30.000 Betten Verantwortung. Länder und Kommunen glänzen dafür mit einer Bettenauslastung von 90,4 Prozent. Die privaten Häuser schafften es nur auf 79,2 Prozent. 94.000 Menschen fanden in den Rehabilitationseinrichtungen Lohn und Brot, 8.000 von ihnen waren Ärzte.




Quelle: physio.de