Manuelle Lymphdrainage (MLD)

Was ist manuelle Lymphdrainage ?

Die älteste lymphologische Fachklinik in Deutschland (Feldbergklinik Dr. Asdonk) gibt es erst seit 1973. Sie wurde seinerzeit von Dr. Asdonk gegründet, der die Lypmhdrainagebehandlung in die klinische Medizin einführte, ihre Wirksamkeit wissenschaftlich bewies und ab 1974 mit der LD-Behandlung auch die Kassenabrechnungfähigkeit erlangte. Seit dieser Zeit entstanden auch mehrere Ausbildungszentren für Lymphdrainage/Ödemtherapie die von den führenden Lymphologen (Asdonk/Vodder/Földi) geleitet werden. Die LD-Behandlung ist im Vergleich noch eine relativ junge Therapie.

Unter manueller Lymphdrainage verstehen wir manuelles abdrainieren (Ab- und Weiterführung) der Gewebsflüssigkeit über Gewebsspalten bzw. Lymphgefäße. Das Prinzip beruht im Gegensatz zur herkömmlichen Massage auf einer bestimmten Grifftechnik, rhythmisch-kreisende-pumpende Griffe durch flaches Auflegen der Finger bzw. Hände bei fein dosiertem Druck nach einer dem entsprechendem Krankheitsbild festgelegten Reihenfolge. Bei der Bauchtiefdrainage wird auch unter Einbeziehung des Atemrhythmus in die Tiefe gearbeitet, so wie auch bei einigen Spezialgriffen z.B. am Adduktorenspalt. Ansonsten wird überwiegend flächig gearbeitet.

Zur Unterstützung der Lymphdrainage und zur Vermeidung der Reödematisierung des Gewebes wird in der Mehrheit der Krankheitsfälle nach der Behandlung noch eine Bandagierung oder Kompressionsbestrumpfung vorgenommen. Mit dieser Therapie können Lymphödeme (primärer und sekundärer Art), Phlebödeme (venöser o. postthrombotischer Art), traumatische Ödeme, Morbus Sudeck, artifizielle und ischämische Ödeme, rheumatische Ödeme, chronisch entzündliche Ödeme, (Sklerodermie, Strahlenschädigungen), Inaktivitätsödeme (bei Lähmungen), Lipödeme und idiopatische Ödeme behandelt werden. Eine große Bedeutung hat die Manuelle Lymphdrainage auch bei der Nachbehandlung operativer Eingriffe, bei denen Lymphknoten entfernt worden sind.


Lymphödeme:

Ein Lymphödem ist ein eiweißreiches Ödem, das auf einer mechanischen Insuffizienz, einer dynamischen Insuffizienz oder einer Kombination aus beidem beruht.


Einteilung in klinische Stadien:
Stadium 1: spontan reversibel, weiche und teigige Schwellung, Dellen eindrückbar, keine Hautveränderungen

Stadium 2: spontan irreversibel, beginnende Fibrose, Dellen kaum eindrückbar, manchmal Hautveränderungen

Stadium 3: ausgeprägte Form, Elephantiasis, Fibrose, typische chronische Hautveränderungen


Unterscheidung primäres und sekundäres Lymphödem, Mischformen:

Primäres Lymphödem:
Angeborene Entwicklungsstörung der Lymphgefäße und/oder Lymphknoten, meist progressiv verlaufend.


Sekundäres Lymphödem:
Erworbenes Lymphödem durch Entzündung, Nematoden-Infektion oder meist durch diagnostische oder therapeutische ärztliche Maßnahmen (Iatrogenes Lymphödem).
Artifizielle Lymphödeme sind entstanden durch Selbstschädigung des Patienten.


Lipolymphödem:
Fettgewebsverteilungsstörung mit sekundärer Schädigung des Lymphgefäßsystems.


Phlebolymphostatisches Ödem:
Lymphgefäßschädigung als Folge einer CVI (Chronisch Venöse Insuffizienz).


Lipödeme:
Chronische Fettgewebsverteilungsstörung, die zumeist in der Pubertät beginnt. Fast ausschließlich bei Frauen auftretendes, beidseitiges, symmetrisches Ödem, beginnend an den Beckenkämmen und im Laufe der Erkrankung bis zu den Knöcheln fortschreitend. Selten treten Lipödeme auch an den Armen auf. Lipödeme sind druckschmerzhaft. Der Fuß ist beim einfachen Lipödem nicht betroffen, so daß Lipödeme gut von Lymphödemen und Lipolymphödemen zu unterscheiden sind.

Meist entsteht sekundär ein Lymphödem. Diese Kombination nennt man Lipolymphödem.











Manuelle Lymphdrainage

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Therapieform der physikalischen Anwendungen, ihre Wirkungsweise ist breit gefächert. So dient sie unter anderem als Ödem- und Entstauungstherapie geschwollener Körperregionen, wie Körperstamm und Extremitäten (Arme und Beine), welche nach Unterleibs- und/oder Brustkrebsoperationen entstehen können. Durch kreisförmige Verschiebetechniken, welche mit leichtem Druck angewandt werden, wird die Flüssigkeit aus dem Gewebe in das Lymphgefäßsystem verschoben. Die manuelle Lymphdrainage wirkt sich überwiegend auf den Haut- und Unterhautbereich aus und soll keine Mehrdurchblutung, wie in der klassischen Massage, bewirken. Weitere Indikationen sind sämtliche orthopädische und traumatologische Erkrankungen, die mit einer Schwellung einher gehen (Verrenkungen, Zerrungen, Verstauchungen, Muskelfaserriss etc.) Auch bei Verbrennungen, Schleudertrauma, Sudeck und ähnlichen Krankheitsbildern führt die richtige Anwendung der Manuellen Lymphdrainage nach Dr. Vodder zu einem schnellen Therapieerfolg.

Auch in der Schmerzbekämpfung, wie auch vor und nach Operationen tut sie gute Dienste, das geschwollene, mit Zellflüssigkeit überladene Gewebe zu entstauen. Der Patient spürt eine deutliche Erleichterung, Schmerzmittelgaben können verringert werden, der Heilungsprozess verläuft schneller. Kontraindikationen (Gegenanzeigen) sind hierbei genau zu beachten wie z.B. eine dekompensierte Herzinsuffizienz, akute, fieberhafte, bakteriell Entzündungen oder ein kardiales Ödem.

Bei ausgeprägten lymphatischen Erkrankungen (Stauungen) wird diese Therapie mit Kompressionsverbänden, Hautpflege und spezieller Bewegungstherapie kombiniert und unter dem Begriff Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) zusammengefasst.

In den 1960er Jahren hat sich diese Therapie, welche von Vodder maßgeblich entwickelt wurde, etabliert und wird seitdem an deutschen Massage- und Krankengymnastikschulen gelehrt. Die Therapeuten sind vornehmlich Masseure und Physiotherapeuten (seit dem Jahre 1994 werden Krankengymnasten als Physiotherapeuten bezeichnet). Die Anwendung ist nur dem Fachpersonal mit der entsprechenden Zusatzausbildung in manueller Lymphdrainage an einem zugelassenen Lehrinstitut erlaubt. Die Zusatzausbildung dauert vier Wochen (etwa 180 Unterrichtseinheiten) und ist in den Richtlinien der IKK festgelegt. In Sachen Lymphdrainage haben Deutschland und Österreich eine eindeutige Vorreiterstellung. Selbst in den USA ist diese Therapie noch relativ unbekannt.

Es wurde des Öfteren versucht, mit Geräten zur Lymphdrainage ähnliche Erfolge wie durch die manuelle Lymphdrainage zuerzielen, allerdings liegen derartige Geräte von der Effizienz her weit hinter einer manuellen Behandlung.








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